500x schneller als UMTS!
21. Februar 2009Zumindest theoretisch lässt LTEÂ mit einem Download von bis zu 170 MBit/s das herkömmliche UMTS (Standard UMTS 384 KBit/s) im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Obwohl hierzulande UMTS noch nicht flächendeckend verfügbar ist und die schnelle UMTS Variante HSDPA nicht von jedem Netzanbieter unterstützt wird, steht mit LTE bereits der UMTS Nachfolger in den Startlöchern. Downloadraten von bis zu 170 MBit/s können mit Testgeräten bereits heute erreicht werden. Bei solch fantastischen Zahlen drehte sich auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vieles um die neue Long Term Evolution Technik, kurz LTE.
Netzausbau LTE
In den USA wird man für LTE allerdings eine andere Frequenz nutzen als in Europa. Geplant ist für Europa und somit auch Deutschland der Funk mit 2,6 GHz, in den USA mit 700 MHz und in Japan 2,7 GHz. Laut einem Bericht der VDI Nachrichten sieht gerade Alcatel-Lucent eine große Chance in LTE, weil dadurch die Karten auf dem Mobilfunkmarkt ganz neu gemischt werden. Mit dem Auftrag für Verizon zeigt Alcatel-Lucent bereits, dass ihnen der LTE Markt wichtig ist.
Wie die FAZ am Mittwoch berichtete, beauftragte der US-amerikanische Mobilfunknetzbetreiber Verizon das Unternehmen Alcatel-Lucent mit dem Aufbau eines Mobilfunknetzes der 4. Generation.
Das erste marktreife LTE-Netz dürfte es in Schweden geben. Geplant ist dort der Start bereits Mitte 2010. In Deutschland wird es etwas länger dauern, zumal bei uns die Frequenzen noch nicht verteilt sind. Möglicherweise wird es, wie damals bei UMTS, auch für den LTE-Frequenzbereich eine Versteigerung geben.
Dual-/Triband Endgeräte
Die unterschiedlichen Frequenzen in den USA und Japan, sind insbesondere für Geschäftsreisende ein Ärgernis. Zwar gehen viele Analysten davon aus, dass LTE weniger mit Handys als über Notebooks genutzt wird, aber auch hierfür sind Dual- oder Triband Geräte wünschenswert. Angekündigt wurden bisher keine derartigen Geräte.
LTE in weiter Ferne?
Wie weit die Technik schon marktreif ist präsentierte T-Mobile auf seinem Messestand in Barcelona. Ein Demogerät des Handyherstellers LG schaffte bei einer Videoübertragung zwischen Bonn und Barcelona bereits einen Sendeleistung von 50 MBit/s.
LTE – das Ende von DSL
Angesichts der fantastischen Empfangs- und Sendeleistungen scheint DSL mit der Einführung der Long Term Evolution Technik überflüssig zu werden. Ganz so schnell wird es aber nicht gehen. Zum einen kann man noch keine Prognosen zu den Konditionen der LTE-Tarife machen und zum anderen wird es einige Zeit beanspruchen, bis LTE flächendeckend in Deutschland angeboten wird. Für einige ländliche Gegenden kann LTE eventuell jedoch vor DSL verfügbar sein und damit zur echten DSL-Alternative werden. LTE, übrigens ein reines Datennetz, wird immerhin abwärtskompatibel zu 3G, UMTS und GSM sein, so dass man jederzeit auf UMTS zurückgreifen kann, wenn LTE regional nicht verfügbar ist.
Team
RSS Feed
Impressum