Ein halber Tag UMTS-Surfen für 46.000 Euro
28. März 2009Mobiles Surfen wird dank Flatrates immer günstiger und populärer, doch wer nicht richtig aufpasst, kann ungewollt in die Kostenfalle tappen. Auch wenn man sich bei den UMTS-Volumentarifen mit einer Flatrate gegen exorbitante Rechnungen (mancher erreichte so schon eine Handyrechnung über 11.000 Euro) absichern kann, ist man auch hier nicht komplett vor einer Kostenexplosion geschützt .
Nationales oder international – Wo ist das Internet?
Vom Telefonieren ist man es gewohnt, dass Auslandsgespräche teurer sind. Aber wie ist das beim Internet? Das Internet ist überall. Gilt somit auch eine Flatrate überall? So dürfte ein LKW Fahrer gedacht haben, der mit seiner neuen mobilen Internetflatrate in Frankreich unterwegs war und dort insgesamt 13 Stunden surfte. Laut dpa verlangte der Anbieter für die Internetnutzung satte 46.000(!) Euro.
46.000 statt 25 Euro
Der Flatrate-Tarif des betroffenen Surfers beinhaltet für knapp 25 Euro sämtliche Inlandsverbindungen, nicht jedoch die Nutzung im Ausland. Der Leiter des Europäischen Verbraucherzentrums in Kiel Bernd Krieger sagte, dass dem Surfer diese Tatsache nicht bewust war. Anders ist der Vorfall wohl auch nicht zu erklären.
Wucher oder Dummheit?
Gebühren von mehr als 60 Euro pro Minute grenzen an Wucher und stehen in keinem Verhältnis zur Leistung, trotzdem dürfte der Anbieter rechtlich auf der sicheren Seite sein und den Betrag einfordern können. War es nun also die Dummheit des Nutzer, der diese unglaublichen Kosten verursacht hat? Zwar sollte sich jeder, der einen Vertrag unterschreibt, diesen auch genau lesen, aber sicherlich tut dies nicht jeder. Seitenweise uninteressantes Kleingedrucktes schreckt viele ab. In den meisten Fällen steht ja auch kaum etwas Relevantes drin. Von daher könnte das böse Erwachen, wie in diesem Fall, wohl vielen passieren.
Kulanz?
In einigen Fällen, bei denen Surfer mit Volumentarifen Rechungen im fünfstelligen Bereich erhielten, zeigten sich die Mobilfunk-Anbieter kulant und wandelten den Tarif nachträglich in eine Flatrate um. Darauf hofft der betroffene Mann jetzt wohl auch. Allerdings ist hierbei neben dem Flatrateanbieter auch der französische Anbieter gefragt. Möglich ist eine kulante Lösung schon, denn das Medienecho bei solch beinahe skandalös hohen Rechungen ist jeweils recht hoch, und negative Publicity würde möglicherweise eine Menge Neukunden von dem Vertragsabschluss abhalten.
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