Ein Plädoyer für Hotspots?

28. Oktober 2009

Kostenlos ins Internet mit dem eigenen Laptop oder Smartphone – mittlerweile schießen die WLAN-Hotspots allerorts nur so aus dem Boden – Bahnhöfe, Flughäfen, öffentliche Gebäude, Bibliotheken, ja sogar beim guten alten McDonald’s kann man kostenlos über WLAN surfen.

Die Frage, die sich aufdrängt, ist: wenn doch praktisch jeder ohnehin schon über UMTS überall und jederzeit ins mobile Internet kann – wozu dann noch Hotspots? Dabei beobachtet man jedoch einen interessanten Effekt: gab’s vor einem Jahr garantiert niemanden, der mit dem Laptop im McDonald’s-Restaurant saß, trifft man nun in fast jedem Restaurant um fast jede Uhrzeit auf einige. Seit – jedenfalls in Österreich – der kostenlose Hotspot von McDonald’s deutlich beworben wird, wird er auch gut genutzt.

Ähnliches gilt für Gebäude, in denen deutlich kenntlich gemacht wird, dass ein kostenloser WLAN-Hotspot vorhanden ist. Da taucht plötzlich aus allen möglichen Ecken jemand mit einem Laptop auf. Scheinbar ist es das “kostenlos”-Argument, dem viele dabei nicht widerstehen können. Irgendwie sind wir darauf konditioniert, wenn etwas unbegrenzt zur Verfügung steht und gratis angeboten wird, einfach nicht daran vorbeigehen zu können. Und nebenbei ist es irgendwie ein Signal von “Internet erlaubt” – man braucht sich dann mit dem Laptop auf dem Tisch vor sich auf jeden Fall nicht fehl am Platz fühlen.

Im Tourismus- und Hotelleriebereich sind Hotspots in jedem Fall ein Entgegenkommen ausländischen Gästen gegenüber, die sonst teure Datenroaming-Gebühren beim Surfen über UMTS in Kauf nehmen müssten. Dort sind Hotspots und WLAN-Zugänge allerdings ohnehin schon länger verbreitet.

Sinnvoll sind Hotspots aber allemal – erstens ist, durch die Kabelanbindung bedingt, die Stabilität und Bandbreite des WLAN-Zuganges meistens doch besser, als über UMTS – und gleichzeitig wird das UMTS Netz, dass ja bereits an die Grenzen seiner Kapazität zu stoßen beginnt, auch entlastet – ein Effekt, der auch den Mobilfunkbetreibern zumindest ein bisschen entgegenkommt. Für die Anbieter von Hotspots rechnet sich die – zumeist ohnehin nur geringe Investition auf jeden Fall – in den Augen der Besucher erfährt das Lokal oder Geschäft eine massive Aufwertung und ein deutlich positiveres Image – es wird, Aussagen von Besuchern zufolge, damit gerne und häufiger besucht – unabhängig davon, ob der Besucher den Hotspot überhaupt nutzt. Davon war allerdings eigentlich ohnehin auszugehen – McDonald’s tut sehr selten etwas, das nicht danach deutlich Gewinn bringt.

So gesehen sind auch Hotspots von privaten Betreibern eine durchaus gute Sache – für den Betreiber und die Kunden. Man könnte da echt sagen: WLAN verbindet.

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