Smartphones mit Windows XP

29. September 2009

Es ist soweit: Das erste Smartphone, dass Windows XP kann, ist auf dem Markt. Geschafft hat es als erster der chinesische Hersteller ITG (In Technology Group); das Gerät kann bereits auf der Herstellerseite vorbestellt werden. Infos zu Preis und Lieferdatum gibt es auf der Website allerdings noch nicht.

Beeindruckend ist das Ding jedoch in jedem Fall: Unter einem 4,8″ TFT-Touchscreen verbirgt sich eine vollwertige, heraus schiebbare Tastatur, die sogar ein kleines Trackpad enthält, und sogar ein voll funktionabler USB-Anschluss ist an Bord. Damit können alle möglichen Zusatzgeräte direkt angeschlossen und genutzt werden, gegenüber einem Laptop ist die einzige Einschränkung die Bildschirmgröße, die bei einer Auflösung von 800 x 480 die Augen wohl gehörig beanspruchen dürfte.

Die Konfiguration ist auf jeden Fall ganz brauchbar, standardmäßig sind 512 MB oder 1 GB RAM verfügbar, als Datenspeicher dienen SSDs mit 30-120 GB Kapazität, ein VGA-out ermöglicht den Anschluss eines externen Bildschirms mit  einer Auflösung bis zu 1.920 x 1.200. Bluetooth, WLAN, UMTS und HSPDA und 3G sind natürlich vollzählig versammelt. Und sehen lassen kann sich auf jeden Fall die Akkuleistung: Der Betrieb als Laptop ist mit einer Akkuladung ganze 12 Stunden lang möglich, oder 5 Stunden Telefonie am Stück, rein Stand-by wird vom Hersteller mit 5 Tagen angegeben. Einzig die Kamera mit grade mal 1,3 Megapixel mutet schon ein bisschen von gestern an.

Die Größe liegt wohl ein bisschen über den Geräten vom Schlag des iPhone, auch das Gewicht mit gut 400 g macht das Teil schon ein wenig sperrig – auf der anderen Seite, das Gerät ist immer noch viel kleiner als das kleinste Netbook und wiegt nur ein Drittel – bei absolut vergleichbarer Leistung. Die kleine Tastatur, iPhone-Benutzer wissen das, ist nicht unbedingt das Schlechteste, was einem passieren kann: man bedient sie einfach mit beiden Daumen und kommt – wenn man sonst nicht gerade Stenotypie-Rekorde aufstellt – mit einiger Übung schon annähernd an die Tippgeschwindigkeit auf einer PC-Tastatur heran.

Die Frage, die sich für mich allerdings bei solchen Geräten dann doch immer wieder stellt:  Wer benutzt die denn – und wie? Für längeres Arbeiten ist das Gerät nur dann geeignet, wenn man externe Tastatur, Maus und einen externen Monitor benutzt – was beim Netbook gerade noch geht, nämlich ein paar Stunden am Tag drauf zu arbeiten, wird bei einem 4,8″ Display dann schon wirklich zur Qual. Und – ehrlich gestanden – ich kenne niemanden, der unterwegs tatsächlich Excel-Dateien erstellt – oder sich auch nur mit dem Gedanken trägt, derartiges zu müssen.

Trotzdem hat das Gerät einige interessante Ansätze verwirklicht; die Leistung des Prozessors ist in jedem Fall eindeutig mehr als annehmbar und das Betriebssystem sicher sinnvoll – der USB-Anschluss erhöht die Flexibilität auf jeden Fall enorm. Ich bin schon gespannt, auf die ersten Verkaufszahlen.

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