Teure Falle Datenroaming – noch immer keine Obergrenze seitens der EU
27. September 2009Wer mobil im Ausland surft, dem drohen zuweilen horrend hohe Kosten. Besonders hart trifft das natürlich die Nutzer von Smartphones, wie dem iPhone & Co, bei denen für viele Anwendungen und Funktionen eine UMTS-Internetverbindung benötigt und oft auch unsichtbar im Hintergrund aufgebaut wird.
Die dabei meist im Tarif inkludierte Datenmenge spielt dabei aber keine Rolle, verrechnet wird jedes kB nach oft weit überhöhten Roamingtarifen. Bei dem herrschenden Tarifdschungel im Bereich Datenroaming erfordert es allerdings eine ganze Menge Akribie, Geduld und Recherche, um herauszufinden, was jetzt dann wirklich wo wie viel kostet. Und eine gesetzlich festgesetzte Obergrenze dafür, was es kosten darf, gibt es nicht. Mit 1. Juli wurde zwar von der EU eine Regelung für Anrufe (max. 43 ct pro Minute) und SMS (max. 11 ct pro Minute) gesetzt, für die Nutzung von Datendiensten im Ausland gibt es aber noch immer keine preisliche Obergrenze.
Gerüchteweise soll aber ab März nächsten Jahres von den Mobilfunkbetreibern dem Kunden wenigstens verpflichtend eine Kontrollfunktion zur Hand gegeben werden, wo der Kunde den Maximalbetrag festlegen kann, den er für Datenroaming ausgeben möchte. Inwiefern das Sinn macht, bleibt dahingestellt, solange die UMTS Tarife derartig überteuert und unübersichtlich sind, führt das ohnehin nur dazu, dass der Kunde seinen “Maximalbetrag” nur eben viel schneller erreicht, als er sich wünscht.
Die Mobilfunkbetreiber sprechen sich hingegen fast samt und sonders gegen eine Regulierung vonseiten der EU-Kommission aus – in diesem Marktsegment herrsche ohnehin Wettbewerb, also brauche es keine Regulierung hört man beispielsweise von T-Mobile. Und nachdem, wenn die Gebühren fallen würden, deshalb auch nicht mehr im Ausland gesurft würde, hätte das einzig einen großen Umsatzverlust zur Folge, der mit anderen Mitteln wieder aufgefangen werden müsste, hört man von anderer Seite.
Bleibt also nichts anderes übrig, als im Ausland weiterhin sein Internet so sparsam wie möglich zu nutzen – wenigstens bis Ende des nächsten Jahres wird es beim Datenroaming bestimmt keine Preissenkungen geben.
Wir hatten hier auch schon einmal über konkrete Fallbeispiele berichtet: Handyrechnung über 11.000 EUR und 12 Stunden mobiles Internet für 46.000 EUR.
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