UMTS: Strahlung und die Gesundheit – Debatte über Strahlengefahren immer noch ein Dauerthema

30. September 2009

Längst schon gehört das Handy zu unserem Alltag. Die unendliche Debatte über die gesundheitlichen Gefahren der Strahlung auch. In kaum einem Gebiet der Forschung streiten Experten so erbittert, hartnäckig und unversöhnlich – allein in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends waren bereits mehr als 1.000 Studien erstellt – die jedoch fast ausschließlich Extrempositionen der einen wie der anderen Seite verfechten – entweder “höchst bedenklich und gefährlich” oder “absolut harmlos”. Selbst im sonst eher schwer aus der Ruhe zu bringenden Irland machte eine Studie Schlagzeilen, nach der bis zum Jahr 2020 gut 391.000 Iren an Gehirntumoren erkranken würden – aufgrund der Handystrahlung.

Da die Bevölkerung meist mehrheitlich eher dazu neigt, Panikaufrufen zu folgen, als Verharmlosungen, hat das in den letzten Jahren auch in Deutschland zu allem möglichen – teilweise schon fast grotesken – Konsequenzen geführt: Handymasten wurden auf alle nur erdenklichen Arten getarnt, als Mauerwerk, hinter einer künstlichen zusätzlichen Kirchturmkuppel, als Plastikskulpturen – damit nur ja niemand in der Bevölkerung niemand etwas merkt; schon der bloße Anblick eines Handymastens scheint bei vielen bereits Gesundheitsschäden hervorzurufen. Anderes wurde bis jetzt nämlich noch in keinem einzigen Fall weltweit eindeutig und unzweifelhaft wissenschaftlich nachgewiesen. Trotzdem sind die Folgen der Strahlenangst oft durchaus handfest: der Wertverlust einer Immobilie beispielsweise, bei einem (bekannten) Handymasten in der Nähe, ist in vielen Fällen enorm.

Ganz von der Hand zu weisen sind die Bedenken der Wissenschaftler aber nicht: vor allem seit der Einführung von UMTS hat sich gegenüber der bloßen Telefonie die Strahlenbelastung bereits verfünfzigfacht – ganz abgesehen davon, dass die Senderdichte massiv gestiegen ist – fast 100.000 neue Sender wurden in Deutschland dafür errichtet, und dabei ist noch lange nicht Schluss. Höhere Bandbreiten, bessere Versorgung, und der zukünftige neue Standard LTE werden die Strahlenbelastung noch sehr viel weiter in die Höhe treiben. Man sei noch deutlich unter den Grenzwerten, hört man von den Mobilfunkbetreibern – wobei allerdings diese “Grenzwerte” für die Strahlenbelastung auf einer bloßen Schätzung beruhen. Negative Langzeitfolgen seien auch bei weit unter diesen Grenzwerten liegenden Belastungen durchaus nicht auszuschließen, sondern sogar eher wahrscheinlich, kontert hingegen die Wissenschaft.

Wenigstens sinkt bei Verwendung von UMTS die von den Endgeräten abgegebene Strahlenmenge auf einen Bruchteil dessen, was abgegeben wird, wenn man telefoniert. Eine wirkliche Beruhigung ist das wohl aber auch nicht.
Vielleicht schafft es die Wissenschaft in den nächsten Jahren ja einmal, eine kontrolliert langfristige Studie herauszubringen, die sich – anstatt Extrempositionen einzunehmen auch einmal nur an das wirklich Messbare hält, und alle Aspekte der Dauer-Bestrahlung und die möglichen gesundheitlichen Folgen einmal wirklich ernsthaft untersucht. Bis dorthin tragen wir einfach lustige Hütchen aus Stanniolpapier – oder?

News-Title: UMTS: Strahlung und die Gesundheit – Debatte über Strahlengefahren immer noch ein Dauerthema
Filed under: UMTS News
Keine Kommentare
Deine Meinung ist gefragt!